Carlo Mollino stellt im Italienischen Kulturinstitut in Paris aus

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Anonim

Carlo Mollino ist eine Figur, die die Welt des Designs und der Architektur in der Zwischenkriegszeit prägte

Bis zum 26. Juni 2015 bietet das Italienische Kulturinstitut Paris in Zusammenarbeit mit dem Museo Casa Mollino in Turin eine Ausstellung an, die dem kühnen und reichhaltigen Werk des Turiner Architekten und Designers Carlo Mollino (1905-1973) gewidmet ist. Auf dem Programm stehen seltene Dokumente: Projekte, Zeichnungen, Architektur- und Automobilmodelle, Polaroid-Fotografien, aber auch Originalmöbel, die die erstaunliche Existenz Carlo Mollinos nachzeichnen.

Carlo Mollino, ein genialer Tausendsassa

Geboren am 6. Mai 1905 in Turin und gestorben am 29. August 1973, ist Carlo Mollino ein Charakter, der die Welt des Designs und der Architektur zwischen den Weltkriegen prägte. Architekt, Designer, Journalist, Theoretiker, Autor, Fotograf, Experimentator neuer Technologien, leidenschaftlicher Skifahrer, Mechaniker, Automobilist und Flieger, Carlo Mollino ist ein genialer Tausendsassa. Als brillanter Theoretiker auf vielen Gebieten, Absolvent der Architektur und Lehrer an der Fakultät für Politechnik in Turin, zeichnet sich Carlo Mollino offensichtlich auf diesem Gebiet aus, das ihm sehr am Herzen liegt. Erleben Sie die Turiner Pferdegesellschaft (1937-1940) oder das Teatro Regio in Turin, Errungenschaften, die heute als wahre Meisterwerke der Architekturgeschichte gelten. Als einer der größten italienischen Architekten der Zwischenkriegszeit anerkannt, entwarf er außergewöhnliche Inneneinrichtungen und Möbel, die immer als Einzelstücke hergestellt wurden. Carlo Mollino gilt als Vorläufer der ästhetischen Formensprache, als Bildhauer in der obsessiven und anthropomorphen Dynamik seiner Möbel, als Architekt mit „gefährlichen“ Balancen, mit schlanken und empirischen Linien, die in einem neu erfundenen Raum schweben. Ebenfalls ein begabter Fotograf, widmete er sich in den 1930er Jahren hauptsächlich der surrealistischen und symbolistischen Fotografie mit Schwarz-Weiß-Fotos. 1950 veröffentlichte er parallel zu diesen verschiedenen Aktivitäten „Architettura Arte e Tecnica“, ein Werk, das ihm in seinem Beruf als Architekt Anerkennung und Respekt einbrachte. Im selben Jahr unterzeichnete er „Il Messaggio dalla Camera Oscura“, einen fesselnden Text über die Fotografie. Noch in den 1950er Jahren fertigte er ausschließlich weibliche Porträts an, ab 1962 verwendete er nur noch die Polaroid-Technik. Als Experimentator neuer Technologien interessiert er sich auch intensiv für Ski, Mechanik, Automobil oder Luftfahrt und erfindet darüber hinaus ein neues Konzept der Skiabfahrt. Wir wissen, dass er auch ein ausgezeichneter Pilot von akrobatischen Autos und Flugzeugen ist. 1960 begann er mit der Realisierung eines persönlichen Projekts rund um ein geheimes Haus, das er leider nie bewohnte. Diese außergewöhnliche Residenz ist heute das Museo Casa Mollino, das 1999 von Fulvio und Napoleone Ferrari gegründet wurde.

Eine Ausstellung, die man nicht verpassen sollte

Um den Umfang der Arbeit und die Vielfalt der Aktivitäten dieses exzentrischen Ästheten besser zu verstehen, haben sich das Italienische Kulturinstitut in Paris und das Museo Casa Mollino in Turin zusammengetan, um eine so reichhaltige und gewagte Ausstellung wie das Leben von Carlo Mollino zu schaffen. Zwischen Projekten, Zeichnungen, Architektur- und Automobilmodellen, Polaroid-Fotografien und Originalmöbeln bietet die Ausstellung dem Publikum besonders seltene und selten ausgestellte Dokumente. Insgesamt werden mehr als hundert Fotografien präsentiert, die Jahr für Jahr jede Aktivität dieses farbenfrohen Charakters veranschaulichen. Hinweis: Auch für das Projekt „Casa del Sole“ (1947-1955) ist ein besonderer Platz reserviert. In Cervinia im Aostatal in Italien gelegen, beherbergt diese erstaunliche Realisierung einige der schönsten Stücke von Carlo Mollino; die Möglichkeit für die breite Öffentlichkeit, sie zu entdecken oder neu zu entdecken. Kürzlich wurden bei einer Christie's-Versteigerung in New York fünf dieser außergewöhnlichen Möbelstücke für jeweils drei Millionen Dollar gekauft, ein weiterer Beweis für den Einfluss von Mollinos Werk, falls überhaupt erforderlich. In Turin wurde das Museo Casa Mollino in dem ganz besonderen Interieur eingerichtet, das sich der Architekt für ihn vorgestellt hatte. An diesem Ort, der der Forschung, Förderung und Verbreitung sowie der Authentifizierung von Mollinos Werk gewidmet ist, werden die umfassendsten Dokumentararchive aufbewahrt, die seine Tätigkeit als Designer nachzeichnen. Italienisches Kulturinstitut Hôtel de Galliffet 73, rue de Grenelle, Paris 7. Von Montag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr - Eintritt frei Weitere Informationen auf http://www.iicparigi.esteri.it/